Dienstag, 15. August 2017

Belgien-Reise Tag 4: Gent

Am vierten Tag unserer Belgien-Reise ging es nach Gent und Antwerpen. Diesmal wurden wir wieder von Louise begleitet. Zuerst fuhren wir wie schon am Vortag durch Brüssel hindurch, das uns mittlerweile schon gut bekannt war. Wir kamen wieder an der Basilika von Koekelberg vorbei, die zwischen 1905 und 1970 erbaut wurde und die fünftgrößte Kirche der Welt ist. Louise hat erzählt, dass ihr sogar ein ganz kleiner Teil der Kirche gehören würde. Als die Basilika im letzten Jahrhundert gebaut wurde, hatte man kein Geld mehr für die Glasfenster und so wurden die Kinder damals in der Schule aufgefordert, ihr Taschengeld für die Glasfenster der Kirche zu spenden.

Von der Zeit der spanischen Herrschaft her sind 80% der Belgier auch heute noch katholisch, allerdings leben sie diesen glauben nicht aus. Louise drückte es folgendermaßen aus: wir werden getauft, machen Kommunion, heiraten vor der Kirche, sterben vor der Kirche. Dazwischen vergessen wir die Kirche. 

 Basilika von Koekelberg

Auf dem Weg nach Gent kamen wir an einigen kleineren Ortschaften mit Häusern aus dunklem Backstein vorbei. Wir erfuhren, dass die Belgier "mit einem Ziegelstein im Magen" geboren werden - jeder möchte in seinem Leben unbedingt ein eigenes Haus haben. Früher ging das noch vergleichsweise einfach, doch heute sind die Grundstücke extrem teuer. Trotzdem strebt jeder Belgier zumindest eine eigene Wohnung an.

Als wir am späten Vormittag in Gent ankamen, traf uns auch hier erstmal dezent der Schlag - auch hier war gerade ein Sommerfestival in Gang und alle interessanten Gebäude waren mit Bühnenaufbauten, Festzelten und Fahrgeschäften verstellt. Deshalb an dieser Stelle mein Rat an alle, die Belgien gerne einen Besuch abstatten möchten: Tut es auf keinen Fall im Juli!

Tatsächlich war es in Gent noch schlimmer als in Brügge. Auf den Straßen lag haufenweise der Müll herum und junge Leute hockten am Boden rum und glühten schon mal für den kommenden Abend vor. Um zu verhindern, dass die Partylöwen ihre Getränke wieder am Straßenrand zurückgaben, standen überall mobile Pissoirs herum. Sowas hatte ich auch noch nie gesehen.




Besonders amüsant fand ich auch die Statue von Jacob van Artevelde auf dem Freitagsmarkt. Umringt von Fahrgeschäften wirkte es fast so, als würde Artevelde sie von seinem Sockel aus dirigieren.


Abgesehen davon hat mir Gent aber sehr gut gefallen. Auch in Gent ist die frühmittelalterliche Bausubstanz noch größtenteils erhalten und es gibt fast 10000 kulturhistorisch wertvolle Gebäude. Besonders malerisch sind die alten Gildehäuser an der Gracht des alten Hafens, die Graslei und Korelei.





Beeindruckend ist auch der Gravensteen - die einzige erhaltene mittelalterliche Burg in Flandern. Der Gravensteen wurde im 12 Jahrhundert erbaut und war Residenz der Grafen von Flandern. Leider war gerade der Platz vor der Burg mit einem riesigen Festzelt verstellt, so dass ich den Gravensteen nicht vernünftig vor die Linse bekam.

Beim Gravensteen überraschte uns dann ein heftiger Wolkenbruch und wir flüchteten ins Groot Fleeshuis am Groentenmarkt. Hier baumeln große Schinken von der jahrhundertealten Decke. Bedeckt waren sie mit einer dicken, gräulichen Fettschicht. Eine Kostprobe konnten wir uns da leicht verkneifen.


Zum Glück klarte das Wetter aber bald wieder auf und als wir den Kornmarkt im historischen Herzen der Stadt erreichten, blitze die Sonne zwischen den Wolken hervor. Hier drängen sich die drei berühmten Türme von Gent zusammen: die wahrlich beeindruckende Sint-Niklaaskerk, der Genter Belfried aus dem 14. Jahrhundert und die St. Bavo-Kathedrale, in der sich der von Jan van Eyck gestaltete Genter Altar befindet.

Sint-Niklaaskerk
 Belfried

Rathaus mit Belfried im Hintergrund

Bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten, kehrten wir in ein Lokal vor der Sint-Niklaaskerk ein und ließen uns die letzte Bierverkostung in Belgien schmecken. Diesmal probierten wir Rodenbach, Steen Brigge und Brugge Tripel. Dazu gab es leckeren Thunfischsalat auf knusprigem Baguette.

Frisch gestärkt ging es dann weiter nach Antwerpen. Aber davon erzähle ich euch im letzten Belgien-Post.


Sonntag, 13. August 2017

Puten-Erdnuss-Curry

Nachdem ich euch beim letzten Mal kulinarisch nach Arabien entführt habe, geht die Reise heute weiter in das ferne Asien. Für das Puten-Erdnuss-Curry braucht hier Folgendes:

Zutaten (für 3 Personen):

450 g Putenschnitzel
1 Bund Lauchzwiebeln
3 Knoblauchzehen
30 g Ingwer
1 grüne Chilischote
40 g Rosinen
400 ml Geflügelbrühe
2 EL Sojasoße
60 g gesalzene, geröstete Erdnüsse
Öl, Salz, Pfeffer, Curry
150 g Bandnudeln

Lauchzwiebeln waschen, putzen und in dünne Ringe schneiden. Knoblauch und Ingwer schälen und fein würfeln. Chili fein würfeln.

Fleisch waschen, trocken tupen und in Würfel schneiden.

Etwas Öl in eine große Pfanne geben und Fleisch darin kräftig anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Zwei Drittel der Lauchzwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Chili dazugeben und kurz mitbraten. Dann 1 TL Curry untermischen und kurz weiterbraten.

Danach mit der Geflügelbrühe ablöschen. Rosinen dazugeben und ca. 5 Minuten weitergaren. In der Zwischenzeit Erdnüsse grob hacken.

Dann Putencurry mit Salz, Pfeffer und Sojasoße abschmecken. Bei Bedarf kann die Soße noch leicht eingedickt werden. Dazu 2 EL Mehl in eine kleine Schüssel geben. 6 EL Soße dazugeben und glatt rühren. Die Mischung dann unter das Putencurry mischen.

Zum Schluss Erdnüsse unterrühren und nach dem Anrichten auf dem Teller restliche Lauchzwiebeln drüberstreuen.

Bandnudel schmecken sehr gut dazu. Diese einfach in Salzwasser kochen bis sie al dente sind.


Samstag, 12. August 2017

KW 32/17 - Regenzeit

Regenzeit
In der letzten Woche hat der Sommer eine ausgedehnte Pause eingelegt. Fast jeden Tag hat es geregnet und gestern war es dazu auch noch richtig kalt. Fürs Arbeiten weniger frustrierend und fürs Schlafen definitiv angenehmer. Trotzdem freue ich mich, dass der Sommer nächste Woche zurückkommen soll.

Schwalben- und Fledermausflug
Immer war unser Garten bei den Mehlschwalben sehr beliebt. Besonders im Spätsommer nutzten sie die große Pappel und die Antenne gerne als Sammeltreffpunkt. In manchen Jahren waren es so viele, dass der Himmel zur Sammelzeit fast schwarz vor lauter Schwalben war - fast schon wie in Hitchcocks Film "Die Vögel". Letzte Jahr dann hat sich nicht eine einzige Mehlschwalbe blicken lassen. Nicht im Sommer und auch nicht zur Sammelzeit. Umso mehr freut es mich, dass sie heuer wieder da sind. Und wie immer Anfang August fangen sie bereits an, sich zu sammeln. Zuerst kommen sie immer nur in kleinen Grüppchen zusammen bis sie sich dann im September in großen Schwärmen zusammenfinden und Anfang Oktober schließlich aufbrechen.

Auch unser kleiner Minivampir ist uns auch heuer wieder treu geblieben. Mich würde ja interessieren, wo die Fledermaus ihren Unterschlupf hat. Das habe ich bisher noch nicht herausfinden können. Für ein Foto ist sie leider viel zu schnell unterwegs, aber ich habe ein kleines Video für euch gemacht.



Mondfinsternis
Für letzten Montag war ja eine Mondfinsternis angekündigt, doch leider war uns kein Beobachtungsglück vergönnt. Zwar war der Himmel an diesem Abend wolkenlos, aber der Mond stand noch so knapp über dem Horizont, dass er von Häusern und Bäumen verdeckt wurde. Erst kurz nach der partiellen Verdunkelung um 21:20 Uhr  hat er sich blicken lassen.



Leckereien
Meine Mom hat letzte Woche Hasenöhrl gebacken. Obwohl sie bei uns nicht Hasenöhrl heißen, sondern "Verhuddeltes Roßgschirr" (durcheinandergebrachtes Pferdegeschirr). Megalecker kann ich euch sagen!


Ich hatte euch ja in Belgien von dieser verboten leckeren Waffel erzählt, die ich dort verspachtelt hatte. Die war so gut, dass wir uns jetzt ein Belgisches Waffeleisen zugelegt haben und uns selbst daran versuchen möchten. Ich werde euch auf jeden Fall vom ersten Testlauf berichten.


Globales Chaos
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich finde die Situation um Nordkorea äußerst beunruhigend. Die aktuelle Lage führt sehr deutlich vor Augen, auf welch wackligen Beinen unsere Illusion eines sicheren Lebens steht und wie machtlos die Völkergemeinschaft ist, wenn einer sich einfach nicht an die Regeln halten möchte. Wenn man bedenkt, dass die Bevölkerung von Hawaii, Alaska und der amerikanischen Westküste bereits auf einen möglichen Atomschlag vorbereitet wird, kann man sich vorstellen wie sehr sich die Situation hier schon aufgeschaukelt hat. Ich kann bei sowas wirklich eine Mordswut bekommen, weil diesen elenden Großköpfen über ihren dämlichen Machtspielchen die Bevölkerung dieser blauen Kugel einfach nur scheißegal ist. Denen geht wohl nicht in den Schädel, dass dies kein Computerspiel, sondern die Realität ist, bei der man nicht eben mal auf Reset drücken kann, wenn man den Laden gegen die Wand gefahren hat.

Mittwoch, 9. August 2017

Orca-Talisman

Ich habe euch ja erzählt, dass ich gerade an einem neuen Projekt arbeite und das ist nun fertig geworden. Es handelt sich um einen Talisman für mein Auto. Ich wollte mir da nicht irgendwas reinhängen, sondern es sollte etwas Besonderes sein.

Die Kunst der nordamerikanischen Indiander mag ich sehr gerne und so war der Stil des Talisman gleich klar. Als Motiv habe ich mein Lieblingstier - den Orca - ausgewählt.

Zuerst kam der Entwurf aufs Papier.


Danach wurde der Umriss auf Holz übertragen und ausgesägt.


Das Muster habe ich dann mit Arcylfarben aufs Holz gemalt und abschließend bekam der Orca noch einen Überzug mit Kunststoffspray.